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Wochenbettdepression – Angehörige

Liebe Angehörige,

Sie sind Partner oder Partnerin, (Groß)Eltern oder Geschwister, Freunde und Vertraute einer (werdenden) Familie. Sie sind auf diese Seite gekommen, denn Sie machen sich vermutlich Sorgen um die (werdende) Mutter – eventuell auch um den (werdenden) Vater.

(Es ist wichtig, zu wissen, dass auch Männer an einer Wochenbettdepression erkranken können, denn auch für sie ist die Geburt eines Kindes eine extreme Umstellung. Gerade wenn die Mutter erkrankt ist, erhöht sich das Risiko auch für die Partner bzw. Partnerinnen.)

Vielleicht hat die betroffene Person bereits die Diagnose erhalten, an einer Depression im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes/ ihrer Kinder erkrankt zu sein. Vielleicht erkennen Sie diese Person zum aktuellen Zeitpunkt aber auch einfach nicht wieder.

Was können Sie, als Angehörige tun?

Sie wissen möglicherweise nicht, was sie momentan braucht, wie Sie ihr helfen können und ob Sie ihr überhaupt helfen können. Ich weiß, dieser Zustand ist auch für Sie nicht leicht.

Es kann sein, dass sie sich verunsichert fühlen. Es kann auch sein, dass sie genervt reagieren, weil es ihnen schwer fällt, die Gefühlswelt und das Verhalten dieser Person nachzuvollziehen.

Wenn Sie glauben, die betroffene Mutter/ der betroffene Vater könnte an einer Wochenbettdepression leiden, so wird ihr in erster Linie eines helfen: Ihr Verständnis und Ihr Beistand.

An wen sollte man sich wenden?

Bestärken Sie Überlegungen, professionelle Hilfe zu suchen. Wenden auch Sie sich ggf. an Fachpersonen (z.B. die betreuende Hebamme oder betreuende ÄrztInnen). Ängste und Befürchtungen, auch negative Gefühle sollten auf jeden Fall ernst genommen und nicht bagatellisiert werden.

Menschen mit einer sogenannten peripartalen Depression brauchen Zuwendung und Unterstützung. Sie sollten von Angehörigen umgeben sein, die bereit sind, ihnen zuzuhören und sie zu verstehen.

Beziehen Sie die mögliche Gereiztheit und die Vorwürfe nicht auf sich; sie sind ein Symptom der Depression. Vermeiden Sie Vorwürfe wie die Mutter/ der Vater „solle sich zusammenreißen“ oder „froh sein, ein gesundes Kind zu haben“.

Wie lang hält eine Wochenbettdepression an?

Jede Depression ist eine Krankheit und geht mit einem hohen Leidensdruck einher. Doch so, wie eine Depression kommt, so geht sie bei rascher und adäquater Hilfe auch wieder. Es gibt nur sehr wenige Menschen, bei denen eine Depression nicht heilbar ist.

Carl Gustav Jung, ein berühmter Psychotherapeut und Schüler Sigmund Freuds hat einmal gesagt: Man solle die Depression behandeln wie den Besuch einer alten Dame, man solle anhören, was sie zu sagen hat, und sie wieder gehen lassen.

In schlimmeren Fällen reicht eine professionelle Begleitung allein vielleicht nicht. Möglicherweise sind Medikamente oder ein Aufenthalt in einer Mutter-Kind-Klinik nötig. Doch auch diesen Maßnahmen sollten Sie mit Verständnis und Zuspruch begegnen.

Tipps für die Hilfe durch Angehörige

Sie können die betroffenen Personen schon mit kleinen Gesten unterstützen. Entlasten Sie durch das Übernehmen von täglichen Aufgaben z.B. im Haushalt. Geben Sie der Person Zeit, verwöhnen Sie sie.

Bieten Sie an, die Wäsche, den Abwasch und das Einkaufen zu erledigen. Schlagen Sie vor, Spaziergänge mit dem Baby zu unternehmen. Ermöglichen Sie einen Mittagsschlaf, ein warmes Bad oder eine Massage. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.